IT'S ALL ABOUT WATER !

An einer gut besuchten Veranstaltung in Genf stand das kostbare Nass im Zentrum.

Der KKL-JNF pflanzt Bäume – dies die landläufige Meinung vieler Menschen über die Tätigkeit des Jüdischen Nationalfonds in Israel.

In Wahrheit ist das aber nur ein Teil der Arbeit der Organisation, dazu gehört mehr; etwa der Umgang mit der Ressource «Wasser». Dieser Umgang ist für die ganze Welt noch lebenswichtiger geworden, denn der Klimawandel verschärft die Situation. Wasser wird nicht nur in Ländern der Dritten Welt zur Mangelware, subtropische Sommer haben mittlerweile auch Mitteleuropa  erreicht. Der KKL-JNF hat beim Umgang  mit dem kostbaren Gut Technologien und ein Know-how entwickelt, welches er gerne mit Organisationen anderer Länder teilt und zwar ohne Kostenfolge. Darüber wurden die zahlreichen Gäste an einer Veranstaltung in Genf in Zusammenarbeit der Handelskammer Schweiz-Israel aus erster Hand informiert.

Zum einen von Naty Barak, dem Leiter der Abteilung «Nachhaltigkeit» der israelischen Firma Netafim. Sie gilt weltweit als eine der grössten Hersteller künstlicher Bewässerungssysteme und wurde 1965 gegründet, mit Naty Barak kam sozusagen einer der «Gründerväter» der Firma auf Einladung der Handelskammer und des KKL-JNF nach Genf.

Naty Barak zeigte in seinem Referat gekonnt auf, wie er und andere israelische Vertreter auf sensible Weise versuchen, Bauern in Entwicklungsländern in Afrika, Indien und auch anderen Ländern zu helfen. «Wir sagen ihnen nicht, wir kommen aus Israel, dem Land der Bibel und haben hier alle Lösungen für Euch bereit.» Sondern es würde vielmehr darum gehen, den Bäuerinnen und Bauern Lösungen im Umgang mit Wasser aufzuzeigen, welche für sie gangbar und möglich seien und die Besonderheit des jeweiligen Landes berücksichtigen würde.

Barak fasste seine Ausführungen mit Blick auf die florierende Firma Netafim so zusammen: «Es geht uns als Unternehmen gut, weil wir Gutes tun.»

Das Wasser als wertvolles Gut stand auch im Zentrum der Ausführungen von Dr. Doron Markel, leitender Wissenschaftler beim KKL-JNF. Er setzte seinen Schwerpunkt zum einen auf den Kinneret-See, dem «strategischen Wasser-Reservoir Israels», wie er es nannte. Viele Leute wissen vermutlich nicht, dass dieser See im Norden Israels nicht einfach nur ein touristisches Zentrum darstellt, sondern auch beim Umgang mit dem Gut «Wasser» eine wichtige Rolle spielt. Doron Markel stellte dann auch noch das Red-Dead-Sea-Projekt vor, also die Idee einer Pipeline vom Roten zum Toten Meer. Der Wasserspiegel des Toten Meeres sinkt bekanntlich in den letzten Jahren drastisch.

Um diesen Pegel wieder steigen zu lassen, soll im Rahmen des Projektes Wasser dem Roten Meer entnommen, entsalzt und dann ins Tote Meer umgeleitet werden.

Dies auch, weil Israel den Nachbarn Jordanien und den palästinensischen Autonomiegebieten Wasser verkauft und hier auch entsprechende Verträge unterhält. Jordanien, das im Moment zwei Millionen Flüchtlinge aus Syrien beherbergt, braucht Wasser.

Dr. Markel ging in der Folge auch auf die Tätigkeiten rund um das Projekt Hula-Tal ein. Das Gebiet um den Hula-See, auch Agamon genannt, wurde in den fünfziger Jahren mit Hilfe des KKL-JNF trocken gelegt, so wurden die Böden für die israelische Landwirtschaft nutzbar. Der daraus entstandene Torf sonderte Teile in den benachbarten Kinneret-See ab, schilderte der Referent. Ein Umwelt-Problem, das gelöst werden musste und schliesslich auch gelöst wurde: Teile des Gebiets wurden wieder geflutet, dies auch wieder mit Hilfe des KKL-JNF. Bereits 1964 wurde hier das erste Naturreservat Israels errichtet. In der Folge entstand in diesem Gebiet ein Paradies für Zugvögel, die hier auf ihrem Weg zwischen Europa und Afrika einen Halt einschalten. Im Hula-Naturschutzgebiet selbst leben auch Wasserbüffel und Wildkatzen. Unlängst nämlich anfangs November eröffnete der KKL-JNF das neue, hochmoderne „Visitor Center“ in Agamon Hahula, wie Doron Markel in seinen Ausführungen ebenfalls positiv erwähnen durfte.

Aber auch Israel selbst muss lernen, so die Schlussfolgerung von Doron Markel, mehr Wasser zu produzieren, denn: «Die Bevölkerungsprognosen für die nächsten Jahre und Jahrzehnte gehen von einer knappen Verdoppelung der Einwohnerschaft Israels von neun auf 17 Millionen aus. Diese Menschen brauchen alle Wasser!»

Facts und Figures zum Gut «Wasser»:

  • Zwei Drittel der Erdoberfläche besteht aus Wasser; 97,5% sind Salz-, 2,5% frisches Wasser; nur 0,007% aller Wassermengen auf der Erde sind überhaupt verfügbar!
  • 70% des verfügbaren Wassers fliesst in die Landwirtschaft;
  • 60% der Fläche Israels ist Wüste; der Rest ist teilweise trocken;
  • Beim Abwasser-Recycling gehört Israel zu den führenden Ländern der Welt: 90% werden wiederverwendet (zum Vergleich: Singapur 35%, Australien 15%, China 14%). Auch hier ist der KKL-JNF aktiv beteiligt: mehr als 230 Wasserreservoire hat er in den letzten Jahren in Israel gebaut!

Schlussfolgerungen: Nachhaltige Landwirtschaft ist ein absolutes «Must». Israel als ein Land, das gewohnt ist, mit knappen Wasserressourcen umzugehen, kann hier mit entsprechendem Know-how und der Umsetzung helfen. Entsprechendes Umwelt-Bewusstsein ist wichtig, in der Umsetzung sind PPP (Private Public Partnership) gefragt und nötig.

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